Jedes zehnte Unternehmen in Deutschland nutzt kein DSL

  • 21082013
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    Highspeed-Internet mit Datenraten von 50 oder 100 MBit/s: Von den DSL- und Kabelanbietern wird diese Qualität als der aktuellste Surf-Standard angepriesen. Die meisten privaten DSL-Verwender gehen mit Datengeschwindigkeiten von mindestens 16 MBit/s ins Netz. Die Mitarbeiter vieler deutscher Firmen surfen jedoch nach wie vor im Schneckentempo.

    Laut einer aktuellen Erhebung des Statistischen Bundesamtes geht jede zehnte Firma analog oder über ISDN-Anschlüsse online. Vor allem kleinere Firmen mit bis zum neun Mitarbeitern begnügen sich oft mit der überholten Technik – elf Prozent von ihnen haben sich bisher gegen DSL entschieden. Von den größeren Betrieben erweisen sich sechs Prozent als DSL-Verweigerer. 84 Prozent dieser Unternehmen nutzen durchschnittlich schnelles Breitband-Internet, unter das allerdings auch viele eher leistungsschwache DSL-Anschlüsse fallen. Echtes Highspeed-Internet ist dagegen erst in neun Prozent der Firmen angekommen.

    Deutschland im europäischen Vergleich im Mittelfeld

    Im europäischen Vergleich der Unternehmen mit über zehn Beschäftigten liegt Deutschland knapp über dem Durchschnitt der EU. Europaweit besitzen 42 Prozent der Unternehmen Internetanschlüsse mit Übertragungsgeschwindigkeiten von mindestens 10 MBit/s. In Deutschland liegt dieser Wert bei 47 Prozent. In den Niederlanden und in Dänemark surfen dagegen zwei Drittel aller Unternehmen mindestens mit dieser Datenübertragungsrate.

    Glasfaser – in Europa bremsen die Provider

    Technisch gesehen ist das Kupferkabel-DSL auch in seinen Highspeed-Varianten bereits wieder überholt. Weltweit liegt die Zukunft des stationären Surfens in superschnellen Kabel- und Glasfaserverbindungen, die vorerst Datengeschwindigkeiten von bis zu 200 MBit/s erlauben. Das Marktforschungsinstitut "ABI Research" hat ermittelt, dass der weltweite Marktanteil von Glasfaser-Anschlüssen im Vergleich zum letzten Jahr von 16 auf 19 Prozent gewachsen ist.

    Dabei ist die neue Technik nicht nur in den klassischen Industriestaaten auf dem Vormarsch, sondern wird auch in vielen Schwellenländern, beispielsweise China, durch die Provider rasch vorangetrieben. Allein zwischen Januar und März 2013 wuchs die Zahl der Glasfaser-Anschlüsse im Reich der Mitte von 32,9 auf 37,6 Millionen. Die Zahl der DSL-Kunden verminderte sich im gleichen Zeitraum um drei Millionen. Weltweit rechnen die Researcher bis zum Jahresende mit 25,6 Millionen neuen und insgesamt 124 Millionen Fiber-Surfanschlüssen. Die Anzahl neuer DSL-Anschlüsse wird sich dagegen im Vergleich zum Vorjahr halbieren.

    In Europa wird dieser Trend allerdings durch die Strategie der DSL-Provider ausgebremst. DSL-Netzbetreiber wie die Deutsche Telekom, die British Telecom oder die Telecom Italia setzen auf die Vectoring-Aufrüstung ihrer Kupferkabelnetze und treiben den Ausbau ihrer Glasfaser-Kapazitäten nur mit gebremster Energie voran. DSL wird in den nächsten Jahren daher der Königsweg für kabelgebundene Internetanschlüsse bleiben – und auch die Langsam-Surfer unter den Unternehmen hoffentlich in absehbarer Zeit erreichen.

    Ralf Schmidl  
    Autor:
    Ralf Schmidl
    Datum:
    21.08.2013
    Tags:
    Deutsche Telekom, DSL, Vectoring, Glasfasernetz, Studie, Firmen, Internetanschluss, Breitbandinternet

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