AIG & Vodafone bieten fahrverhaltensabhängige KFZ-Policen an

  • 08032013
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    Vodafone und der US-amerikanische Versicherungskonzern AIG planen KFZ-Versicherungsmodelle, deren Tarife sich jeweils nach dem Fahrverhalten richten. Ein Vodafone-Sprecher sagte jetzt der Wirtschaftszeitung „Handelsblatt“, dass ihr weltweiter Vertrieb in drei Monaten – also ab Juni 2013 – starten soll. Entsprechende Tarife gibt es bisher ausschließlich in den USA, wo sie beispielsweise durch die Autoversicherer "State Farm" und "Progressive" angeboten werden.

    Versicherte, die sich für einen solchen Tarif entscheiden, sollen in ihren Autos Geräte mit sich führen, welche Daten über Fahrstil, Uhrzeit und den jeweiligen Standort sammeln und im Sekundentakt via Mobilfunknetz an das jeweilige Versicherungsunternehmen übermitteln. Die Geräte sind dafür – analog zu Handys – mit einem Chipsatz ausgestattet.

    Hohe Rabatte für vorsichtiges Fahren?

    Britische KFZ-Versicherer haben bereits ihre finanziellen Vorteile durch den Einsatz derartiger Systeme ausgerechnet – demnach könne der finanzielle Aufwand für den Schadensausgleich durch ihren Einsatz um rund ein Drittel sinken. Der Grund dafür läge vor allem darin, dass die Fahrer sich im Straßenverkehr angesichts der permanenten Beobachtung durch ihren Versicherer vorsichtiger verhalten.

    Attraktiv für Versicherungskunden könnten die Tarife durch neue Rabatt-Modelle werden, bei denen vorsichtigen Fahrern Preisnachlässe von bis zu 50 Prozent ihres Versicherungsbeitrages winken. Für Deutschland rechnet die Unternehmensberatung Towers Watson, die ebenfalls in dem Projekt aktiv ist, allerdings mit niedrigeren Discounts, da KFZ-Versicherungstarife hierzulande generell niedriger lägen als in den USA oder Großbritannien.

    Bedenken von Daten- & Verbraucherschützern sowie Versicherungen

    Bedenken meldeten inzwischen auch die Daten- und Verbraucherschützer an. Der Bundesdatenschutzbeauftrage Peter Scharr betonte, dass zum einen Fahrzeughalter und Fahrer nicht in jedem Fall identisch seien – der jeweilige Fahrer müsse vor der Fahrt darüber informiert sein, dass seine Fahrdaten gesammelt werden. Die KFZ-Versicherer müssten nach geltendem deutschem Recht außerdem umfassend über alle erhobenen Daten informieren. Die Frage sei zudem, welche Praktiken am Ende als „riskantes Fahren“ gelten – nach Auffassung von Verbraucherschützern gehört abruptes Bremsen beispielsweise nicht dazu.

    Die deutsche Versicherungswirtschaft zeigt sich bisher skeptisch. Die HUK Coburg, einer der Marktführer bei KFZ-Versicherungen, bezweifelt, ob die „Telematik-Systeme“ die Bewertung des Fahrerrisikos tatsächlich verbessern helfen. Auch die AXA und andere Unternehmen warten derzeit lieber ab. Die Beitragshöhe einer KFZ-Police bemisst sich bisher unter anderem nach dem Fahrzeug-Typ, Wohnort und Alter des Fahrzeughalters sowie seiner Schadensfreiheitsklasse.

    Ralf Schmidl  
    Autor:
    Ralf Schmidl
    Datum:
    08.03.2013
    Tags:
    KFZ-Versicherung, Vodafone, AIG, Fahrverhalten, Versicherungstarife, Rabatte, Datenschutz

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