Telematik-Tarife: So sparen Fahranfänger bei der KFZ-Versicherung

  • 27052015
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    Die deutschen KFZ-Versicherer wollen in Zukunft verstärkt auf Technik setzen, um die Kosten für Versicherungspolicen zu bestimmen. Mit der HUK-Coburg wird in den kommenden Monaten ein erstes großes Unternehmen einen sogenannten Telematik-Tarif einführen, bei dem eine im Auto verbaute Blackbox das Fahrverhalten des Versicherungsnehmers protokolliert. Die so erhobenen Daten sollen zeigen, wie risikofreudig oder umsichtig der Fahrer unterwegs ist und entsprechenden Einfluss auf die Kosten der Police haben.

    Telematik-Tarife bei mehreren Versicherern im Gespräch

    Bisher setzen Versicherer bei der Bestimmung der Beiträge auf Faktoren wie den Fahrzeugtyp, den Wohnort, das Alter und die Kilometerleistung. Diese Kenndaten sollen bereits jetzt ein gutes Bild davon liefern, wie wahrscheinlich ein Schadensfall ist. Bei einzelnen Gruppen wie Fahranfängern ist dieses System allerdings nicht so präzise, wie man es sich wünscht. Deshalb sollen frischgebackene Fahrer künftig die Möglichkeit erhalten, selbst bei der Risikobewertung mitzuwirken. Zeigt sich dabei eine eher defensive Fahrweise, werden die Beiträge günstiger.

    Dass die HUK-Coburg trotz einer früher eher ablehnenden Haltung nun doch auf eine elektronische Überwachung setzen will, ist auch dem Druck der Konkurrenz geschuldet. Bei anderen Unternehmen wie der Itzehoer oder der VHV ist die Einführung von Telematik-Tarifen ebenfalls in Planung. Die Signal-Iduna bietet mit dem Tarif "Sijox" und der dazugehörigen Smartphone-App "AppDrive" sogar schon einen Tarif für junge Fahrer, bei dem das Fahrverhalten Einfluss auf die Kosten hat. Neue Kunden hofft man, mit einem gewichtigen Argument zu überzeugen: Wer als ausgeglichener Fahrer eingeschätzt wird, kann sich mit Sijox bis zu 40 Prozent Rabatt sichern.

    Rohdaten gehen nicht an die Versicherer

    Etwaige Datenschutzbedenken wollen die Versicherer beim Telematik-System von Anfang an ausräumen. So werden die Unternehmen keinen Zugriff auf die gesamten Daten haben. Stattdessen sollen Dienstleister die Auswertung übernehmen. Diese übermitteln dann eine nach Vorgaben der Versicherung erstellte Punkteliste, die zur Beitragsermittlung genutzt wird. Der gläserne Autofahrer soll so kein Problem sein. Dennoch warnen Verkehrsanwälte des Deutschen Anwaltsvereins vor den möglichen Konsequenzen einer Einführung.

    So könnte die Polizei die Telematik-Daten beschlagnahmen. Zudem sei nicht gesagt, dass Telematik-Tarife tatsächlich günstiger ausfallen. Da einige Versicherer die Kosten für den technischen Unterbau, die bei etwa 100 Euro liegen, den Versicherungsnehmern aufbürden wollen, könnten Standardtarife ohne Rabatt die insgesamt günstigere Alternative bleiben. Versicherer halten entgehen, dass die Vorteile der Telematik-Systeme über eine bessere Risikoeinschätzung hinausgehen. Sie könne auch erzieherische Wirkung haben und so für mehr Sicherheit im Verkehr sorgen.

    Ralf Schmidl  
    Autor:
    Ralf Schmidl
    Datum:
    27.05.2015
    Tags:
    KFZ-Versicherung, Fahranfänger, HUK-Coburg, Telematik Tarife, Sijox, AppDrive

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