Neue Vorschriften für die PKV stärken Versicherten-Rechte

  • 17052013
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    Für privat Krankenversicherte haben sich in diesem Monat einige Bestimmungen geändert. Das neue Gesetz über die „Änderung versicherungsrechtlicher Vorschriften“ stärkt die Rechte der Versicherungsnehmer, für die Versicherungen zieht es neue Pflichten nach sich.

    Privat versicherte Patienten können von ihrer Krankenversicherung künftig größere Kostentransparenz erwarten. Das Versicherungsvertragsgesetz schreibt in § 192 Abs. 8 in Zukunft vor, dass die Versicherungen bei Behandlungen mit voraussichtlichen Kosten von mehr als 2.000 Euro vorab detailliert darüber informieren müssen, welcher Kostenanteil übernommen wird.

    Anfragen zur Kostenübernahme stets schriftlich

    Wenn das Versicherungsunternehmen auf entsprechende Anfragen nicht innerhalb von zwei Wochen reagiert, wird die Behandlung als notwendig eingestuft und muss voll erstattet werden. Um spätere Streitigkeiten zu vermeiden, sollten die Versicherten Anfragen zur Kostenübernahme jedoch auch angesichts der neuen Regelungen grundsätzlich schriftlich sowie möglichst per Einschreiben an ihre Krankenkasse senden.

    Verbesserte Auskunfts- und Einsichtsrechte

    Verbessert wurden außerdem die Auskunfts- und Einsichtsrechte privat versicherter Personen, die nach § 202 des Versicherungsvertragsgesetzes nun einen persönlichen Zugang zu allen „Gutachten und Stellungnahmen“ haben, welche die Versicherungsunternehmen zur Prüfung ihrer Leistungspflicht erstellen. Ausnahmen gelten dann, wenn der Versicherer erhebliche therapeutische oder andere Gründe geltend machen kann, die dem entgegenstehen – in diesem Fall erhält weiterhin nur ein vom Versicherten beauftragter Rechtsanwalt oder Arzt das Recht zur Akteneinsicht.

    Mehr Zeit für einen Wechsel der privaten Krankenkasse

    Nach einer Prämienerhöhung haben privat Versicherte nun mehr Zeit, um eine Kündigung des Vertrages und den Wechsel zu einer anderen privaten Krankenversicherung zu prüfen. Bisher stand dafür nur ein Monat zur Verfügung, was sich in der Praxis als zu knapp erwiesen hat. Seit der Einführung der Versicherungspflicht im Jahr 2009 können auch privat Versicherte ihren Versicherungsvertrag nur dann kündigen, wenn sie den Nachweis der Weiterversicherung bei einer anderen Kasse erbringen. Die erforderlichen Gesundheitsprüfungen durch die neue Privatversicherung dauern erfahrungsgemäß jedoch oft länger als vier Wochen.

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