PKV: Beiträge steigen zum Jahreswechsel um bis zu 50 Prozent

  • 29112013
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    Privat Krankenversicherte erhalten kurz vor dem Adventsbeginn in der Regel Post von ihrer Krankenkasse. Besondere Freude ist in diesem Jahr damit nicht verbunden. Viele Private Krankenversicherungen haben ihre Beitragssätze für das nächste Jahr zum Teil drastisch angehoben. Spitzenreiter ist die Axa-Versicherung, deren Prämien ab Januar 2014 um bis zu 50 Prozent steigen werden. Zwar meldet der Konzern, dass die Beiträge seiner 780.000 Krankenversicherungskunden mit einem Volltarif insgesamt nur um drei Prozent höher liegen als in diesem Jahr, von den Beitragssprüngen direkt Betroffene haben allerdings nichts von diesem Durchschnittswert.

    Auch viele Kunden anderer Assekuranzen werden böse Überraschungen erleben. Der Bund der Versicherten (BdV) hat ausgerechnet, dass bei manchen Policen die Beiträge zwar nur alle zwei oder drei Jahre, dafür jedoch drastisch angehoben werden - einige Versicherte kommen dabei an die Grenze ihrer Zahlungsfähigkeit.

    Beiträge steigen im Schnitt um fünf Prozent

    Wechsler, die sich im Laufe dieses Jahres für eine private Krankenversicherung entschieden haben, müssen nach dem Jahreswechsel ebenfalls tiefer in die Tasche greifen. Nach den Angaben des BdV steigen die Beiträge für die private Krankenversicherung pro Jahr im Schnitt um fünf Prozent. Für das kommende Jahr haben die Researcher des Branchen-Analysten "Morgen & Morgen" (M&M) einen durchschnittlichen Beitragsanstieg von drei bis maximal fünf Prozent errechnet. 2012 hatte dieser bei 2,4 Prozent gelegen. Das bisher schlimmste Jahr für privat Versicherte sei 2009 mit einem Preissprung von knapp zehn Prozent gewesen.

    Hohe Preissprünge bei Altverträgen

    2014 müssen vor allem Inhaber von sogenannten Altverträgen in den sauren Apfel beißen. Branchen-Experten prognostizieren für Einsteiger-Tarife und Versicherungen mit hohem Selbstbehalt einen besonders großen Anstieg der Beitragssätze. Laut M&M lassen sich konkrete Zahlen jedoch bisher nicht nennen. Der Grund dafür liegt in den Niedrigzinsen im europäischen Finanzsystem, die es den Versicherungen immer schwerer machen, den Garantiezins in Höhe von derzeit 3,5 Prozent zu erwirtschaften. Durch die Absenkung des Rechnungszinses leiden auch die Reserven der Assekuranzen unter Wertverlusten. Außerdem reklamiert die PKV unerwartet viele Schadensfälle sowie Kostenänderungen im Gesundheitssystem als Kosten- und damit Beitragstreiber.

    Ein Wechsel des Versicherers bietet nur bedingt einen Ausweg aus dieser Kostenfalle. Versicherte, die vor 2009 in die PKV eingetreten sind, verlieren dabei ihre Altersrückstellungen in kompletter Höhe. Aus Expertensicht ist es meist besser, bei der gleichen Versicherung in einen günstigeren Tarif zu wechseln. Zum einen bleiben dabei die Rückstellungen erhalten, zum anderen wird bei Verträgen mit grundsätzlich gleicher Leistung keine erneute Gesundheitsprüfung fällig.

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