Strompreis: EEG-Umlage könnte auf bis zu sieben Cent steigen

  • 15112013
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    Der Strompreis in Deutschland steigt und steigt. Neue Belastungen haben die vier großen Netzbetreiber bereits angekündigt. Demnach könnte die EEG-Umlage zur Förderung des Ökostroms im Jahr 2015 auf bis zu sieben Cent steigen. Pro Kilowattstunde würde sie sich dann auf Beträge zwischen 5,85 und 6,86 Cent belaufen. Im kommenden Jahr liegt die EEG-Umlage bei 6,24 Cent und damit deutlich über dem prognostizierten Maximalwert von 5,74 Cent.

    Auf einen Durchschnittshaushalt kommen 2014 damit Mehrkosten von etwa 250 Euro zu, im darauffolgenden Jahr könnten sich diese dann auf bis zu 280 Euro aufaddieren. Mit der EEG-Umlage finanzieren die Stromverbraucher die Differenz zwischen den niedrigeren Marktpreisen und den garantierten Abnahmepreisen für "grünen Strom".

    Entlastung der Verbraucher politisch angedacht

    Die Strompreisspirale spielt derzeit auch in den Koalitionsverhandlungen der künftigen Regierungsparteien eine Rolle. Die geplanten Reformen sollen ab 2015 greifen. Ein Stopp des weiteren Anstiegs der EEG-Umlage ist allerdings erst für 2018 zu erwarten. Bis dahin soll die Produktion von Ökostrom um 70 Prozent gestiegen sein, was einen Anteil von 40 Prozent am gesamten Stromverbrauch bedeuten würde. CDU und CSU wollen diesen Wert als Obergrenze für den Ökostromausbau im Koalitionsvertrag fixieren und ihr Erreichen auf spätestens 2020 terminieren. Die SPD hat bis auf weiteres weitergehende Forderungen.

    Der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) ließ wissen, dass beim Mittel dieser Prognose die EEG-Umlage kaum steigen werde und erwartet außerdem einen weiteren Verfall der Börsenpreise für Elektroenergie. Unter dem Strich könnten die Endkundenpreise damit 2015 spürbar sinken. Den Netzbetreibern wirft der Verband in diesem Kontext vor, die Prognosen für den Zubau von regenerativen Energien deutlich zu überhöhen.

    EU-Kommission will EEG-Privilegien streichen

    Von der EU-Kommission könnte in absehbarer Zeit eine tatsächliche Entlastung für die privaten Stromverbraucher kommen. Bisher sind viele große industrielle Stromabnehmer von der EEG-Umlage befreit. Die Kommission möchte diese Privilegien streichen. Um ein Beihilfeverfahren zu vermeiden, will die Bundesregierung jetzt diese Ausnahmen überprüfen lassen. Eine stärkere Belastung von großen Unternehmen durch die EEG-Umlage könnte einen Teil der Belastungen für alle anderen Stromkunden kompensieren.

    Ralf Schmidl  
    Autor:
    Ralf Schmidl
    Datum:
    15.11.2013
    Tags:
    Ökostrom, EEG-Umlage, Strom, Strompreis, EU-Kommission, Stromverbrauch, Kosten

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