Krankenkassen: Zusatzbeitrag soll bis 2020 auf 2 Prozent steigen

  • 20012016
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    Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen müssen in den nächsten Jahren mit steigenden Beiträgen rechnen. Der von vielen Anbietern erhobene Zusatzbeitrag wird nach Berechnungen der Versicherer bis 2020 auf zwei Prozent steigen. Bisher liegt dieser im Schnitt bei 1,1 Prozent. Für die stärkere Belastung macht der Vorsitzende des Ersatzkassenverbandes, Christian Zahn, die Politik der Bundesregierung verantwortlich.

    Durch die kostspielige Gesetzgebung erwartet der Verband in den nächsten fünf Jahren Mehrausgaben in Höhe von 16 Milliarden Euro, die durch eine stärkere Belastung der Versicherten refinanziert werden müssen. Aus diesem Grund werden die Sätze für Zusatzbeiträge in den kommenden Jahren um 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte steigen. Zur gleichen Einschätzung kommt auch Doris Pfeiffer, die Chefin des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung. Sie geht davon aus, dass die Zusatzbeiträge bis zu 2019 auf 1,8 Prozent zulegen werden.

    Pharmaunternehmen verlangen "Mondpreise"

    Um die Kostensteigerung kurzfristig abzufangen, empfiehlt Zahn, Gelder aus dem Gesundheitsfonds zu nutzen. Seine Kollegin Ulrike Elsner brachte zusätzlich eine Reform des Arzneimittelsektors ins Gespräch. Laut Elsner sind die Kosten hier in den vergangenen Jahren um rund 4,5 gestiegen. In 2014 sollen es sogar 10 Prozent gewesen sein. Ursache dafür sei auch, dass Pharmaunternehmen im ersten Jahr nach der Einführung eines Medikaments "Wunsch- und Mondpreise" verlangen können und sich erst im Anschluss an die mit den Kassen ausgehandelten Preise halten müssen.

    Arbeitgeber sollen Mehrkosten wieder mittragen

    Der Verband forderte außerdem, zu einer paritätischen Finanzierung der Kassen zurückzukehren und auch Arbeitgeber stärker zu belasten. Um keine Arbeitsplätze durch steigende Arbeitskosten zu gefährden, hatte die Koalition den Arbeitgeberanteil eingefroren. Für Zusatzeinnahmen können die Kassen so nur die Arbeitnehmer zur Kasse bitten. Die gleichmäßige Verteilung der Kosten wird auch von den Grünen und Linken sowie Vertretern der SPD gefordert. Das aktuelle System ist allerdings im Koalitionsvertrag der Sozialdemokraten mit der CDU festgeschrieben und wird vom Wirtschaftsflügel der Christdemokraten befürwortet, an deren Widerstand eine Neuordnung bisher gescheitert ist.

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